Chronik ab 1894

Gründung der Knappschaftskapelle Horas.

1894 – Das Deutsche Reich wurde von Kaiser Wilhelm II. regiert. Fulda gehörte zu Preußen und war eine Kleinstadt mit ca. 15.000 Bürgern. Das Dorf Horas lag noch weit außerhalb der Stadt und war mit seinen kaum 800 Einwohnern überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Zu dieser Zeit betrieb der lebensfrohe Bauunternehmer und ausgesprochene Freund der Blasmusik Ernst Kramer aus Fulda an der Nordseite des Kalvarienberges einen Basaltsteinbruch. Er war es, der die überwiegend aus Horas stammenden Musiker unter seinen Arbeitern ermunterte sich in einer Knappschaftskapelle zusammenzuschließen.

So kam es am ersten Oktobersonntag des Jahres 1894 durch siebzehn Männer zur Gründung der Knappschaftskapelle Horas.

Erster Dirigent der Vereinsgeschichte war der ehemalige Militärmusiker Alfons Schreiner. Es wurden wöchentlich zwei Proben in verschiedenen Privathäusern abgehalten und der erste Vereinsvorsitzende Karl Elm kümmerte sich um die Beschaffung von Notenmaterial und Instrumenten.

Schon bald erregte die „Knappschaftskapelle Horas“ in ihren schwarzen Uniformen mit glänzenden Knöpfen und weißen Schweifen auf den Tschakos überall großes Aufsehen und konnte den zahlreichen Verpflichtungen kaum nachkommen. Drei Jahre später übernahm der tüchtige und weit über Fuldas Grenzen hinaus bekannte Dirigent Peter Bionek die Stabführung des Vereins. In siebzehn Jahren intensiven Übens und Musizierens erzielte er mit seinen temperamentvollen Männern große Erfolge.

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In dieser guten alten Zeit, in der man noch keine großen Löschfahrzeuge und das Martinshorn kannte, begnügte man sich mit Pferdefuhrwerken und einem Trompeter, der mit einem Signalhorn „Tatü-Tata“ spielte, wenn die Feuerwehr ausrückte. Und auch in der “Kaiserlichen Armee”, die hier in Fulda stationiert war, gab es selbstverständlich noch keine Funkgeräte. Befehle wurde mittels Trompetensignalen von Einheit zu Einheit weitergegeben. Dies nutzte einmal einer der Horaser Musiker, um mit dem Signal „Das Ganze Halt!“ die Kaiserlichen Herbstmanöver kurzerhand und eigenmächtig zu beenden. Die Reaktionen der Armeeführung auf diesen Streich sind leider nicht mehr überliefert.